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Geographie
Die Algarve grenzt im Norden an das Alentejo, im Westen und Süden
an den Atlantik und im Osten bildet der Rio Guadiana die Grenze
zu Spanien. Die Küstenlinie der Algarve erstreckt sich über
155 km von Ost nach West, und nochmals 52 km nach Norden.
Von der spanischen Grenze bis nach Faro zieht sich eine Flachküste,
von Faro bis zum Cabo de São Vicente bei Sagres, dem südwestlichsten
Punkt Europas, eine steile Felsenküste mit Sandbuchten und
zahlreichen Grotten. Die höchste Erhebung der Algarve bildet
das Gebirge der Serra de Monchique.
Das administrative Zentrum und Distrikthauptstadt der Region
ist Faro, das auch einen internationalen Flughafen besitzt. Außer
Faro ist von den Städten in der Algarve vor allem noch Sagres
zu erwähnen, das aufgrund seiner exponierten Lage am südwestlichsten
Zipfel Portugals der Ausgangspunkt der Reisen Heinrich des Seefahrers
gewesen sein soll.
Vorgeschichte und Geschichte
Die Anwesenheit des Menschen ist in Portugal seit dem Homo erectus,
der offenbar über die Straße von Gibraltar einwanderte,
belegt. Vom Neanderthaler sind die Spuren durch einen Lagerplatz
bei Vilas Ruivas bereits deutlicher. Muschelhaufen, auch Køkkenmøddinger
(dänisch) genannt, entstanden vom Mesolithikum bis zum frühen
Neolithikum durch den Verzehr von Muscheln an immer wieder der
selben Stelle. Aus diesen Muschelhaufen sind auch Bestattungen
bekannt. Ab etwa 5000 v. Chr. ist der Ackerbau belegt (Cardial),
etwas später entstanden die zahlreichen Megalithanlagen.
Etwa 1000 v. Chr. dringen die Kelten hier ein und vermischen sich
mit den Einheimischen zu Keltiberern oder Lusitaniern. Etwa zeitgleich
errichteten die Phönizier Häfen entlang der Küste
der Algarve. Die Karthager gründeten ca. 550 v. Chr. Portimão
(lat. Portus Hannibalis). Im zweiten Jahrhundert v. Chr. entstanden
im Zuge der römischen Besiedelung der iberischen Halbinsel
zahlreiche Villen, deren Ruinen noch heute - vornehmlich in der
Gegend von Lagos - besichtigt werden können.
Nach einer Besiedelung durch die Goten im fünfen Jahrhundert
wurde die Algarve ab 711 von den Mauren eingenommen. Der arabische
Name al-gharb (der Westen) erklärt sich aus der geographischen
Sicht Andalusiens. Die maurische Herrschaft endete im 13. Jahrhundert.
Von 1595 bis 1808 war die Algarve ein halb-autonomes Gebiet mit
eigener Steuerhoheit im portugiesischen Staatsverband. Die portugiesischen
Könige führten in dieser Zeit den Titel eines Königs
von Portugal und Algarve.
Als 1807 Napoleon in den Norden Portugals einmarschierte, wurde
die Algarve von spanischen Truppen besetzt. Diese Besetzung endete
durch die Rebellion von Olhão im Jahre 1808.
Vegetation
Die Vegetation entspricht heute nicht mehr den ursprünglichen
natürlichen Verhältnissen, denn Portugal war mit Ausnahme
der Dünen und Marschen an der Küste mit Wald bedeckt.
Die Rodung begann teils schon in der Megalithkultur und erreichte
ihren Höhepunkt um 1550 als die Spanier immer mehr Holz für
Schiffe und Industrie benötigten.
Heute gibt es grösstenteils nur noch Macchie. Ende der siebziger
Jahre begann eine große Aufforstungskampagne, in der vor
allem Nadel- und Eukalyptussetzlinge gepflanzt wurden. Unter anderem
wachsen dort noch winterharte Eichenarten und Korkeichen. Im südlichen
Küstenbereich findet man auch Johannisbrot-, Feigen-, Mandel-,
Lorbeer-, und Granatbäume. Sie wurden durch die Römer
eingeführt, die ebenfalls den für den Mittelmeerraum
heutzutage typischen Ölbaum verbreiteten.
Tourismus
Während auf den 4.960 km² nur 395.208 (2001) dauerhafte
Einwohner leben, kann diese Zahl in den Sommermonaten auf mehr
als das Dreifache ansteigen, wenn die Sommerquartiere gefüllt
sind.
Besonders beliebte Strände sind: Praia da Rocha, Meia Praia,
Praia da Dona Ana, Praia da Luz und Praia dos Tres Irmãos.
Insbesondere bei Golfern ist die Region beliebt.
Die archäologischen Sehenswürdigkeiten liegen im küstennahen
Hinterland. Hier sind besonders röm. Villen interssant:
* Abicada, röm. Villa
* Alcalar, die Megalithnekropole mit restaurierten Anlagen (Alcalar
VII)
* Milreu-Estói, röm. Villa
* Silves die Burg, die röm. Brücke und das Museum
* Vilamoura, röm. Villa
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